Am 15.08.2026 machten sich die Walking-Fußballer aus Mariendorf auf den Weg zum Walking Football SILBERFUCHS CUP des SSV Süng. Und wie sich später herausstellen sollte, war das sportlich eine ausgesprochen gute Idee – die Anreise hingegen war stellenweise noch ausbaufähig.
Unsere hochprofessionelle Reisegruppe bestand aus sechs aktiven Spielern, dazu Ina als weibliche Geheimwaffe, verstärkt durch zwei Leihgaben aus Settmarshausen. Für Recht und Ordnung war Norbert als Schiedsrichter zuständig – zumindest auf dem Platz. Außerhalb des Platzes war das ohnehin nicht mehr zu gewährleisten. Und Toralf als Betreuer komplettierte die Delegation. Was genau er alles betreute, ist bis heute nicht abschließend geklärt.
Freitag: Erst mal die Pension finden …
Ein Teil der Mannschaft reiste bereits am Freitag an. Nach ungefähr sechs Stunden Autofahrt erreichten wir schließlich Wipperfürth. Beziehungsweise fast. Denn selbstverständlich gehörte zu einer professionell geplanten Auswärtsfahrt auch ein kleiner ungeplanter Umweg. Offenbar wollte man vor dem Turnier schon einmal testen, wie gut die Orientierung ohne Ball funktioniert. Ergebnis: ausbaufähig.
Nachdem irgendwann auch die richtige Adresse ins Navi eingegeben wurde – ein völlig unterschätzter Trick bei der Hotelsuche – tauchte tatsächlich unsere kleine Pension, das Hotel Biesenbach, auf. Der erste große Erfolg des Wochenendes war damit geschafft: Mariendorf 1 – Navigation 0.
Der Abend verlief anschließend ausgesprochen gesellig. Es wurde gegessen, getrunken, gelacht und natürlich bereits ausführlich über Fußball gesprochen. Vermutlich wurden dabei auch taktische Feinheiten für den nächsten Tag entwickelt. Ob sich am nächsten Morgen noch jemand daran erinnern konnte, ist nicht überliefert.
Samstag: Jetzt wurde tatsächlich Fußball gespielt
Nach dem Frühstück ging es rund 15 Minuten mit dem Auto zur Erich-Tix-Sportanlage in Lindlar. Dort wurde der Silberfuchs Cup der Herren mit zehn Mannschaften ausgetragen. Gleichzeitig fand mit drei Frauenmannschaften der Walking Football Ladies Cup statt – das erste Frauen-Walking-Football-Turnier in Deutschland.
Bei den Herren absolvierte jede Mannschaft fünf Spiele. Anschließend wurde aus sämtlichen Ergebnissen eine Gesamttabelle gebastelt – also genau die Art Mathematik die Fußballer erst dann interessiert, wenn sie plötzlich ziemlich weit oben stehen. Und Mariendorf stand ziemlich weit oben.
Unsere Bilanz:
3 Siege
1 Unentschieden
1 Niederlage
Die einzige Niederlage gab es ausgerechnet gegen den späteren Gesamtsieger des Turniers. Kann passieren. Man wollte den Gastgebern schließlich nicht den Eindruck vermitteln, wir seien nur angereist um alles abzuräumen. Ein bisschen Höflichkeit gehört schließlich auch zum Walking Football. Als schließlich gerechnet, geprüft und vermutlich noch einmal gerechnet wurde, stand fest: MARIENDORF – 2. PLATZ!
Damit war endgültig bewiesen:
Man kann sechs Stunden durch Deutschland fahren, zwischendurch die Pension nicht finden und trotzdem hervorragenden Fußball spielen. Oder zumindest hervorragend walken. Rennen wäre schließlich Regelverstoß.
Der zweite Platz wurde jedenfalls mit großer Freude entgegengenommen. Und da man sich einen Pokal bekanntlich nicht einschenken kann, hatte der Veranstalter sinnvollerweise gleich darauf verzichtet und stattdessen ein 5-Liter-Fässchen überreicht. Endlich mal ein Preis, mit dem eine Mannschaft wirklich etwas anfangen kann.
Danach folgte das sportliche Pflichtprogramm eines erfolgreichen Walking-Football-Tages: noch gemütliches Beisammensein auf dem Sportplatz, anschließend Essen gehen und später zurück in die Pension.
Dort versammelte sich die Reisegruppe im Garteneckchen zum traditionellen abendlichen Fachgespräch.
Es wurden Spiele analysiert, Torchancen rekonstruiert, Schiedsrichterentscheidungen bewertet, alte Geschichten erzählt und vermutlich wurden mit zunehmender Dauer des Abends aus ganz normalen Pässen plötzlich geniale Spielzüge von internationalem Format. Wie das eben so ist: Je später der Abend, desto besser waren wir.
Sonntag: Silber im Gepäck – Berlin ruft
Nach dem Frühstück hieß es am Sonntag schließlich Abschied nehmen.
Das Fässchen war gesichert, der zweite Platz amtlich und sämtliche Mitfahrer wiedergefunden. Also konnte die Rückreise nach Berlin beginnen.
Diesmal kannten wir sogar die Adresse.
Am Ende bleibt ein richtig schönes Wochenende mit viel Spaß, guter Stimmung, neuen Bekanntschaften und einem sportlich starken Ergebnis.
Fünf Spiele – drei Siege – ein Unentschieden – nur eine Niederlage – Platz 2.
Nicht schlecht für eine Truppe, deren größte Herausforderung am Freitag zunächst darin bestand, überhaupt die Pension zu finden.
Fazit des Wochenendes:
Silber geholt.
Fässchen eingesackt.
Dem Silberfuchs alle Ehre gemacht.
Deutschland ein bisschen ausführlicher kennengelernt als geplant.
Und vor allem jede Menge Spaß gehabt.
Süng 2026 – Mariendorf war dabei.
Der Turniersieg wurde strategisch vertagt, sonst hätten wir nächstes Jahr ja überhaupt kein Ziel mehr.
Der nächste sportliche Höhepunkt ist nun erstmal unsere Turnierteilnahme am 3. Deutschen Walking Football Supercup. Gespielt wird am 29.08.2026 ab 10 Uhr im Volksparkstadion Mariendorf.
Ihr habt Interesse am Walking Football und möchtet Teil unseres Teams werden?
Schickt gerne eine E-Mail an
AJ
