Mariendorf on Tour – oder: Wenn die Gehfußballer der Ü65 den Turbo zünden

Was macht man an einem völlig normalen Sonntagmorgen? Richtig: Man packt die Knochen ein, startet den Motor und setzt den Blinker Richtung Leipzig – Ü65-Hallenturnier wir kommen. 

Die Gehfußballer aus Mariendorf natürlich standesgemäß in mehreren Fahrgemeinschaften – quasi eine Oldtimer-Rallye, nur ohne Pokal fürs Ankommen.

Kleine Dramen gab’s – aber nichts Weltbewegendes. Ein Pkw meinte nämlich spontan: „Ich bleib hier Jungs“ – technische Auszeit. Der Rest der Truppe ließ sich davon aber nicht beeindrucken und rollte pünktlich in Leipzig ein. Profihaft versteht sich.

Zum Turnierstart standen dann erstmal 6 kampfbereite Recken auf dem Parkett – geschniegelt, motiviert und noch nicht ganz auf Betriebstemperatur. Unterstützung kam später noch per „Bummelbahn-Express“ – ein Nachzügler der offensichtlich dachte: „Ich mach’s spannend.“

Die Vorrunde:
2x Unentschieden – wir haben uns erstmal vorsichtig rangetastet. So ein Turnier ist schließlich kein Sprint… na gut, bei uns sowieso nicht.

1x verloren – das war natürlich reine Taktik. Man kann ja nicht direkt alles gewinnen, sonst müssen wir nächstes Jahr noch eine Altersklasse höher gemeldet werden.
Außerdem wollten wir vermeiden, dass uns jemand des Dopings verdächtigt.

Zwischenfazit: Läuferisch solide, spielerisch ausbaufähig – aber mental sowieso unschlagbar. Und die Ausreden saßen auch schon perfekt.

Dann wurde es ernst: Zwei Endspiele
Eins gewonnen – Jubel, Trubel, Heiserkeit und die klare Erkenntnis: Wir können’s doch noch.
Eins verloren – wir wollten ja nicht gleich komplett eskalieren. Ein bisschen Zurückhaltung gehört dazu.

Nach der Siegerehrung ging’s in die Hallengastronomie – der Ort an dem aus knappen Aktionen plötzlich klare Torchancen werden. Es wurde gefachsimpelt, analysiert, diskutiert und vermutlich auch die ein oder andere Heldentat leicht… sagen wir… optimiert wiedergegeben.

Am Ende hieß es: Ab zurück nach Berlin – gut gelaunt, leicht erschöpft und mit der Gewissheit: Die Walking-Fußballer Ü65 können nicht nur gehen – die können auch liefern.

AJ (Foto Verein)